Zusammenfassung
Nicola Biasi — in Friaul geboren, als Berater im gesamten Triveneto tätig, Gründer von Resistenti Nicola Biasi, das auf acht Güter angewachsen ist — hat sich zur beharrlichsten und überzeugendsten Stimme in der italienischen Debatte über pilzwiderstandsfähige Rebsorten gemacht. Die PIWI, vom deutschen Pilzwiderstandsfähige Rebsorten, pilzresistente Rebsorten, wurden gezüchtet, um Krankheiten abzuwehren und den Einsatz chemischer Behandlungen im Weinberg zu reduzieren. Dieses Argument wurde vorgebracht und weitgehend akzeptiert: Die Forschung von Albafiorita hat es beziffert, 38 % weniger CO2-Emissionen, Wasserverbrauch um bis zu 70 % gesunken. Biasis Punkt ist, dass sich die Branche lange genug hinter diesen Zahlen versteckt hat. Die Frage, die wirklich zählt, ist, ob die Weine gut sind und ob sie etwas bedeuten — ob sie ein Gefühl für den Ort vermitteln, wie es ein ernsthafter traditioneller Wein tut.
Er besteht auch darauf — und das ist der Teil seines Arguments, der leicht verloren geht — dass diese Sorten keine Kategorie bilden. Souvignier Gris, Johanniter, Bronner, Soreli, Solaris, Cabernet Eidos, Cabernet Cortis — sie unterscheiden sich voneinander so stark wie Sangiovese von Teroldego, und sie als einen durch ihren Widerstand definierten Block zu behandeln, verfehlt alles Interessante an ihnen. Es sind außerdem interspezifische Kreuzungen, von denen viele neben ihrer vinifera-Abstammung auch nicht-vinifera-Genmaterial tragen — was genau der Grund ist, warum Regulierungsbehörden langsam waren und warum Teile des Marktes vorsichtig bleiben. Der Artikel deutet die Herkunftsbezeichnungsfrage an, ohne sie vollständig zu klären, was verständlich ist, denn niemand hat das getan: Norditalien hat einige experimentelle Öffnungen erlebt, die meisten DOC- und DOCG-Systeme haben sich nicht bewegt. Wer die Weine direkt beurteilen möchte, kann dies am 18. Mai in Mailand tun, bei Enoluogo, Viale Andrea Doria 24, Born to Resist, ab 14:30 Uhr.
Unser Kommentar
Biasi hat Recht, dass das Umweltargument seinen Zweck erfüllt hat und die Branche darüber hinausgehen muss. Wo der Artikel ins Straucheln gerät, ist dort, wo er seinen Aussagen zu allem anderen einfach vertraut. Das regulatorische Bild, das er zeichnet — Italien, das die Herkunftsbezeichnungsfrage aussitzt — ist real, aber unvollständig. Einige Regionen haben bereits experimentelle Türen geöffnet. Andere sind davon weit entfernt. Dieser Unterschied ist bedeutsam, und der Artikel glättet ihn. Die Nachhaltigkeitsgeschichte hat auch eine Fußnote, die der Artikel überspringt: Resistente Sorten sind nicht vollständig behandlungsfrei. Unter schwierigen Bedingungen spritzen Winzer. Biasi weiß das; seine Unterstützer wissen das; der Artikel erwähnt es nicht. Und dann ist da noch der Markt, den der Artikel völlig abstrakt behandelt — Qualität, Identität, Anerkennung — ohne je zu fragen, ob sich das alles verkauft, wie Verbraucher über Rebsortennamen denken, denen sie noch nie begegnet sind, oder ob die Preisgestaltung im Vergleich zu konventionellen Alternativen sinnvoll ist. Keine feindseligen Fragen. Nur die naheliegenden.
Über die Autor:in
Kein Name auf diesem Artikel — das ist der Rede wert. Die Website nennt den Autor als „Redazione“ — die Redaktion, kollektiv, niemand im Besonderen. Bei der Lektüre bestätigt sich das: Der Text folgt Biasis Positionen so eng, dass er fast ein Transkript seiner Sprechpunkte sein könnte, zu Absätzen geglättet. Das ist vielleicht einfach die Art, wie dieses Medium über die Menschen berichtet, über die es berichtet. Fachpublikationen arbeiten oft so. Aber ein namentlich genannter Autor würde einem zumindest die Möglichkeit geben, mit einer Frage irgendwohin zu gehen. So wie es steht, gibt es nirgendwo hinzugehen.
Über den Verlag
Agricultura.it gibt es seit 2001, eingetragen beim Tribunal von Siena, mit Lorenzo Benocci als Herausgeber. Es deckt die italienische Agrar- und Agrarlebensmittelwelt in einem recht weiten Bogen ab — Märkte, Politik, Anbau, Wein — und tut dies nach Art einer Fachpublikation, nicht einer Zeitung: nützlich, informiert, nicht besonders geneigt, Ärger zu verursachen. Für einen Branchenleser, der wissen möchte, was Praktiker denken und sagen, erfüllt es seinen Zweck. Für einen Leser, der diese Praktiker unter die Lupe genommen sehen möchte, ist es eine andere Geschichte.