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Resistente Reben überdauern das Spritzgerät
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«Die Zukunft gehört robusten Sorten»: Wie ein Thurgauer Winzer der Krise trotzt
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Tages-Anzeiger
Zusammenfassung
Die Schweizer Weinwirtschaft steckt derzeit in einem perfekten Sturm. Zwischen sinkendem Konsum und einem brutalen Kreislauf aus Frost, Hagel und Pilzkrankheiten erreichen viele Winzer einen Belastungspunkt. Sogar renommierte Namen wie die Kartause Ittingen haben sich kürzlich dazu entschlossen, ihre Reben komplett herauszureißen. Doch inmitten dieser Krise wirkt Roland Lenz vom Iselisberg weniger wie ein Außenseiter, sondern eher wie ein Mann, der die Zukunft kommen sah.Lenz und seine Frau Karin setzen seit dreißig Jahren auf „Piwi“-Sorten – Pilzwiderstandsfähige Rebsorten. Dabei handelt es sich um pilzresistente Kreuzungen, die es ihnen ermöglichen, jene chemischen Spritzgänge zu umgehen, die Lenz als jungem Mann chronische Kopfschmerzen bereiteten. Der Aha-Moment kam in der katastrophalen Saison 1999; während der Rest der traditionellen Reben des Hofes unter Regen und Fäulnis zusammenbrach, gedieh der resistente Hektar.
Heute ist das Weingut Lenz ein üppiges 21 Hektar großes Ökosystem, in dem Granatäpfel, Haselnüsse und Schafe neben den Reben koexistieren. Die Ergebnisse sprechen für sich: Die Bodengesundheit hat sich verbessert, die Erträge sind stabil und die Kritiker werden aufmerksam. Im Jahr 2025 vergab Vinum Höchstnoten für seine Flaschen, und Branchenriesen wie Rutishauser Divino bringen Piwi-Weine endlich in den kommerziellen Mainstream. Während Traditionalisten wie Master of Wine Philipp Schwander immer noch argumentieren, dass Piwis nicht mit der Finesse eines klassischen Pinot Noir mithalten können, ist Lenz an dieser Debatte nicht interessiert. Er ist zu beschäftigt damit, erfolgreich zu sein.